Stressfaktor Uhr-Wir haben keine Zeit PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther   

 Jugendstunde vom 23.04. 2010

Thema: Zeit

„Kann mir das mal einer erklären?

 

Wenn vor 200 Jahren ein Geschäftsmann aus Stuttgart mit einem Geschäftsmann aus Essen ein Geschäft abschließen wollte, musste er fünf Tage mit der Kutsche fahren. Das waren 10 Tage Reise und 2 Tage fürs Geschäft. Ein halber Monat ging drauf für einen simplen Geschäftsvertrag. Heute nimmt man einfach den Telefonhörer in die Hand, ruft an und besiegelt die Sache via Direktgespräch und auf Wegen der Post. Man spart damit also zwei Wochen Zeit. Fragt man aber heute einen Geschäftsmann, so fällt auf: keiner hat Zeit!

Ich kenne Grossmütter, die haben täglich vier Kapitel in der Bibel gelesen, für all ihre Lieben gebetet und acht Kinder versorgt. Dies zu einer Zeit, wo es weder Nylonkleider noch eine Waschmaschine gab. Einen einfachen Kuchenteig zu kneten dauerte eine halbe Stunde (ohne Küchenmaschine).

 

Früher hat man 60 Stunden gearbeitet, heute arbeiten viele 45 Stunden und weniger. Aber keiner hat Zeit.

Alles ist heute darauf angelegt, Zeit zu sparen, aber niemand hat sie. Wenn wir einmal die 5-Stunden-Woche haben, dann werden wir wahrscheinlich erst recht keine Zeit mehr haben!

Ich kann mir das nur auf eine Art erklären: es muss einen geben, der hinter und her ist und uns hetzt und treibt. Mit Peitschenknall befiehlt er uns von schnell zu schneller. Ruhelosigkeit und Betrieb sind sein Geschäft.

Ein Mensch der gefangen ist in Betriebsamkeit und Hektik kommt nicht ins Nachdenken über sich, über das Leben und über Gott.“ (http://www.kalorienbomben.org)

 

Die Geschichte spricht eigentlich schon für sich. Aber trotzdem lässt sie einige Lücken, zum Selberdenken frei. Den Part haben wir übernommen und ...

 

Wir halten fest:

Warum haben wir eigentlich Stress?

Aufgrund der Gesellschaft, wegen des Fortschritts in alle möglichen Richtungen haben wir die Chance viel mehr in weniger Zeit zu schaffen, als vorher. Das wollen wir so gut wie es nur geht ausnutzen und versuchen alles erdenkliche um die meisten Dinge in besonders kurzer Zeit zu schaffen.Ganz nach dem Motto: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen. Nur viel schlimmer. Dementsprechend machen wir uns zu einem großen Teil selbst Stress. Aber vielleicht hat da ja auch der Teufel seine Finger im Spiel. Ist ja ganz nach seinem Sinn, dass wir keine Zeit mehr für Gott haben.

 

Stellen wir den Bezug zur Bibel her:

Im neuen Testament gibt es viele Geschichten über Jesus. Besonders auch über Gleichnisse und Heilungen.

Ein Beispiel: Markus 10, 46-49

„Sie kamen nach Jericho. Als Jesus die Stadt wieder verließ, gefolgt von seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge, saß da am Straßenrand ein Blinder und bettelte. Es war Bartimäus, der Sohn von Timäus. Als er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, der da vorbeikam, fing er an, laut zu rufen: „Jesus, Sohn Davids! Hab Erbarmen mit mir!“ Viele fuhren ihn an, er solle still sein; aber er schrie nur noch lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Da blieb Jesus stehen und sagte: „Ruft ihn her!“ Einige liefen zu dem Blinden hin und sagten zu ihm: „Fasse Mut, steh auf! Jesus ruft dich!““

 

Aus dieser Geschichte kann man entnehmen, wie Jesus sich Zeit nimmt. Eigentlich hat er sie nicht. Jesus ist im Moment in einer schwierigen Situation, denn er war zum letzten Mal nach Jerusalem unterwegs. Er war kurz davor, für die Sünde der Welt sein Leben geben zu müssen. In so einer Situation denkt man doch eher an sich und hadert mit sich, ist aufgeregt, vielleicht traurig, ängstlich. Für einen Bettler am Straßenrand hätten wir nichts mehr übrig. Jesus hat also aus unserer Sicht eigentlich keine Zeit. Aber er nimmt sie sich einfach, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. In dieser Geschichte, wo er doch das Kreuz schon fast sehen kann, an dem er sterben muss, nimmt er sie sich, um die Bitte des an der Straße sitzenden Blinden zu hören, die Bitte eines Menschen, der in der Gesellschaft ganz unten steht. Wer weiterliest stellt fest: er wird sie ihm nicht abschlagen. Jesus ist anders. Und wir sollen es auch sein, denn wir sollen Jesus folgen und nach seinem Beispiel leben. Konkret heißt das für unser Thema: Wir sind dazu beauftragt und Zeit zu nehmen für IHN und für andere, z.B. Kranke, Kaputte, Leidende etc. Gerade in einer Zeit, wo Stress und Hektik an der Tagesordnung sind sollen wir bereit sein, die Augen offen zu halten, für Menschen, die jemanden brauchen, der sich Zeit für sie nimmt. Der nächste Schritt wäre dann, sich die Zeit wirklich zu nehmen, sich nur auf diesen Menschen zu konzentrieren und nicht zu überlegen, was es morgen zum Mittag gibt, während der Leidende vor uns sein Herz ausschüttet. Aber immer dran denken: Nicht nur die Menschen brauchen Zeit, sondern auch Gott. Wie das geht? Bibellesen, Andacht halten, Sonntags in die Kirche gehen und die Predigt bewusst aufnehmen, regelmäßig mit Herz und Verstand beten, . . .

Denn, warum sollten wir uns ausgerechnet für den, der uns am allermeisten liebt, am wenigstens Zeit nehmen?

 

http://zeit.atelierkargel.de/img/SpendeZeit_kl.jpg

http://farblos.files.wordpress.com/2007/12/zeit.jpg



Weitere Anregungen auch zum Thema Zeit auf http://www.kalorienbomben.org/

Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 13:56 Uhr