Monatsspecial Juni 2010 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Esther   

Monatsspecial Juni 2010 by "Dr. Michi"

Thema: Die Bibel – ein ganz großer Sprücheklopfer

Das Buch der Sprüche. Es befindet sich zwischen den Psalmen und dem Buch der Prediger und hat 31 Kapitel. Der wohl bekannteste „Autor“ dieser Sprüche ist Salomo, wobei er nicht der einzige ist.

Die Sprüche sind Weisheiten, Sprichwörter, die wissenswert und weitergebenswert sind. Aufgrund dessen gehört dieses Buch zur Weisheitsliteratur der Bibel. Sie sind nicht immer total ernst, manche sind auch ziemlich witzig, z.B.: „Lieber in der Wüste wohnen, als bei einer zänkischen und zornigen Frau.“

Aber trotzdem sollte man sie wegen ihrer teilweise lockeren Art nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern sie trotzdem ernst nehmen und versuchen ihren Sinn zu begreifen.

In den Sprüchen selbst steht schon geschrieben, warum es dem Schreiberling so wichtig war, die Weisheiten verschiedener Menschen auf Papier zu bringen: „Sie zeigen uns, was Weisheit und echte Bildung ist, damit wir merken können, wo mit Einsicht über etwas geredet wird. Mit ihrer Hilfe kommen wir zu einer guten Bildung und lernen, wie wir unser Leben richtig führen und immer auf dem geraden Weg bleiben. So können wir auch junge und unerfahrene Menschen zu Klugheit und Besonnenheit führen. Sie werden dann verstehen, was weise Lehrer sagen: ihre Sprüche, Bilder, Gleichnisse und Rätsel. Auch Erfahrene lernen aus diesem Buch noch dazu und machen Fortschritte in der Kunst, die Aufgaben des Lebens zu bewältigen.“ (Sprüche 1, 2-6)

 

Die 6 wichtigsten Themen, die hier angesprochen werden sind:

  • Faulheit und Arbeit

  • Gottlosigkeit und Frommsein

  • Tipps für zwischenmenschliche Beziehungen

  • Macht der Worte

  • Gutes tun

  • Beziehung zu Gott und handeln ihm gegenüber

 

Der rote Faden dieser ganzen Geschichte ist, dass die Beziehung zu Gott alles andere bedingt.

Der wichtigste Spruch, wie unser Dr. Michi sagt, ist: „Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren verachten Weisheit und Zucht.“

Mit „Weisheit“ ist hier nicht etwa Intelligenz gemeint, sondern das Leben nach Gottes Maßstäben auszurichten. In den Sprüchen sollen wir eingeladen werden in Weisheit zu leben und danach zu streben.

 

Oft wird in den Sprüchen auch die Faulheit angesprochen. Sie ist nach der Bibel total schlimm!

Warum? Weil man im schlimmsten Falle an seiner Faulheit zu Grunde geht. Außerdem hat der Mensch Aufgaben und Gaben und damit sollen wir umgehen und arbeiten können. So hat Gott sich das nun mal vorgestellt und das ist die Bestimmung des Menschen, die Welt zu gestalten und zwar zur Ehre Gottes und zum Besten für Andere.

 

Auch sind Gottesfürchtige und Gottlose ein Thema. Dabei stellt sich die Frage: Warum geht es den Gottlosen so gut, während es den Gottesfürchtigen so schlecht geht?

Die Antwort ist gar nicht so schwer, wie sie vielleicht scheinen mag. Der Gottesfürchtige kann fallen, aber Gott lässt ihn immer wieder aufstehen und nie zu Grunde gehen, während der Gottlose spätestens vor Gottes Gericht zu Grunde gehen wird. Bei vielen Dingen muss man versuchen über die menschliche Perspektive hinauszusehen. „Der Mensch sieht was vor Augen ist, Gott aber sieht das Herz an.“, steht schon in den Psalmen. Deshalb: bei solchen Fragen nicht nur auf das Äußere schauen.

 

Die Macht der Worte. Ein wichtiger Punkt im Alltag und auch für die Bibel und die „Sprücheklopfer“. Ein kleiner Tipp zum Schnellmerken: Wer zu viel erzählt, fügt oft sich selbst und anderen Schaden zu. Also: Auch einfach mal die Klappe halten, dabei aber bitte immer auf die Situation achten !!

 

Was sollte eigentlich der Spruch am Anfang mit der zänkischen Frau? War das ein Witz? Nein, keineswegs! Das ist ein ganz wichtiger Punkt für unser Leben. Gott möchte, dass wir auf uns aufpassen. Er möchte nicht, dass wir uns zu Grunde richten, wenn wir uns zu oft mit zornigen Menschen abgeben. Sie lenken uns nur vom Wesentlichen ab und die Gedanken an sie geben irgendwann keinen Raum mehr für Lob und Dankbarkeit an Gott oder andere, wichtigere Dinge. Gott möchte nicht, dass wir unser Leben damit zerstören und uns unnötig unglücklich machen, sondern er will, dass wir uns auf das Wesentliche und Wichtige konzentrieren und unserer Bestimmung gerecht werden. Aber aufgepasst: Auch das ist immer situationsabhängig !!

 

Wichtig ist, dass wir nicht denken die Sprüche der Bibel wären total veraltet und würden auf uns nicht mehr zutreffen, denn das ist ein totaler Trugschluss. Oft erlebt man beim Lesen und Verstehen von ihnen einen großen „Aha-Effekt“, denn sie sind bis heute aktuell und hilfreich. Allerdings haben auch sie ihre Grenzen. Die Sprüche sind auf das alttestamentliche Menschen- und Gottesbild fixiert und aufgebaut. Für uns Christen lässt sich deshalb in mancher Hinsicht eine andere Antwort finden.

 

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